Irgendwann zum Ende des fünften, Anfang des sechsten Semester, oder vielleicht schon gar am Anfang der Klinik, stellt sich für die meisten von uns die Frage, ob, wann, wo, wie und warum sie eine Doktorarbeit anfertigen sollen. Aus studentischer Sicht gibt es eine ganze Reihe an wichtigen Punkten, die man bei der Wahl der optimalen Dr.-Arbeit beachten sollte. Zuallererst hier mal etwas Beruhigendes: Es gibt keine optimalen Arbeiten. Deswegen hier in Kürze, worauf man trotzdem achten sollte. Auch das ist nur eine Leitlinie, was jedem von euch liegt, müsst ihr natürlich selbst entscheiden!
Doktorarbeit/Promotion
Zeitpunkt der Promotion
Hier gibt es denke ich keine besonderen Tipps. Nach meiner persönlichen Erfahrung bietet sich das sechste Semster zum Suchen, das siebte Semester zum Beginn der Dr.-Arbeit an. Das hat folgende Gründe, zum einen sollte man meiner Meinung nach nicht sofort die erstbeste Arbeit nehmen. D.h. etwas Zeit braucht man schon, um etwas zu finden. Zum anderen bedeutet eine Dr.-Arbeit egal ob klinisch, statistisch oder experimentell immer einen zusätlichen Arbeitsaufwand. Nach dem Physikum hier gleich zu beginnen ist zwar prinzipiell möglich, aber ich würde eher davon abraten. Weiterhin sollte man bedenken, ob man sich im 7. oder 8. Semester für einen Erasmusaufenthalt bewerben will. Dann sind die Möglichkeiten automatisch eingeschränkt, Dr.-Arbeit in den verbleibenden Semestern ist für viele nur mit einem Frei-Semester möglich.
Übersicht über die verschiedenen Dr.-Arbeitstypen
Experimentelle Arbeit
Als Doktorand verbringt man seine Zeit mit Experimenten im Labor. Es handelt sich meißt um prospektive Arbeiten, die Daten werden erst noch erhoben. Experimentelle Arbeiten sind in fast allen Bereichen der Medizin durchführbar, deswegen lohnt sich eine intensive Recherche nach dem passenden Thema. Häufig wird hierbei auch an Tieren geforscht, ebenso an Zellkulturen mit Tumorzellen.
Pro:
- bei sorgsamer Durchführung winken gute Noten: summa cum laude oder magna cum laude
- wahrscheinlich ein "Muss" für eine Karriere an der Uniklinik bzw. in der Forschung
- einmal eigenständig eine Fragestellung zu bearbeiten und kreativ Lösungsansätze suchen ist ein großer Kontrast zum Unialltag und macht Spaß!
Contra:
- langwierige Arbeit die eine hohe Motivationsbereichtschaft vorraussetzt, Frustrationstoleranz benötigt
- selbst bei funktionierenden Experimenten ist ein hoher zeitlicher Aufwand Pflicht(=ohne Aussetzten nur für die ganz harten machbar;-)
- ohne Rückschläge keine Fortschritte, selbst die beste Hypothese kann falsch sein
- in Freiburg wird das Summa cum Laude nur für Arbeiten mit Erstautorenschaft vergeben!!!
Klinische Studie
Wie das Wort schon sagt führt ihr eine klinische Studie mitsamt Patienten/Probanden durch und wertet diese aus. Klinische Studien sind hauptsächlich auf die klinischen Fächer bezogen, wie der Name auch sagt.
Pro:
- bei sorgsamer Durchführung winken gute Noten: summa cum laude oder magna cum laude
- nah am klinischen Arbeitsleben
- je nachdem, was man untersucht, durchaus sehr interessant
Contra:
- Problem der Mitarbeit der Patienten/Probanden
- ggf. nicht genügend Patienten/Probanden mit dem Krankheitsbild/der Vorraussetzung für die Untersuchung vorhanden, und das vielleicht, nachdem man schon 1 Jahr an der Arbeit sitzt
- zeitaufwändig
Statistische Doktorarbeit
Bei einer statischen Doktorarbeit untersucht ihr rückblickend z.B. was die häufigste Ursache bei Stürzen im Haushalt ist. Ihr wertet hierzu Daten aus, die ihr zugeschickt bekommen habt.
Pro:
- weitestgehend freie Arbeitszeiten
- am "einfachsten" und i.d.R. am kürzesten
Contra:
- Noten eher durchschnittlich
- eher trockene Arbeit
Wie finde ich den/die perfekten Dr.-Vater/Mutter
- fragt eure Kommilitonen aus den höheren Semestern
- fragt die Mitarbeiter im Labor, wie ist das Klima, sind sie zufrieden
- fragt euren Prof!!! (Publikation geplant, Erstautorenschaft, Hiwi-Stellen usw.)
- ihr bietet eure Arbeitskraft für die Forschung des Professors, also habt ihr auch ein gutes Recht auf Betreuung, etc...
Fazit
Es gibt verschiedene Arten, eure Doktorarbeit zu machen, keine davon ist "falsch", jede Person sagt allerdings einer anderen Methode zu. Besucht Infoveranstaltungen, fragt höhere Semester und seid nicht verzweifelt, wenn ihr auch einmal Rückschläge erhaltet.
Übrigens: Seine Doktorarbeit zu wechseln, ist auch durchaus möglich, wenn ihr euch mit eurer Wahl alles andere als glücklich schätzt.

