Operation Schweineherz

7. Mai 2013
4. Semester sezieren Schweineherzen in der Lessingschule

Zehn motivierte Studierende der Humanmedizin trafen sich am Freitag, den 12. April zu

gar unstudentischer Uhrzeit (7.30 Uhr) an der Lessing-Realschule in Freiburg.

Grund dieser Unternehmung war die Bitte der Biologielehrerin Frau Bunjes studentische

Unterstützung für ein Projekt ihrer achten Klassen zu gewinnen?

Von nöten seien hierzu nur Kenntnisse der Anatomie, es gehe darum in Gruppenarbeit mit

den Schülern ein Schweineherz zu erklären und zu sezieren. Die Wahl der Fachschaft fiel

hier auf das momentan vierte Semester, waren die Studierenden doch durch Präparierkurs

und anstehende Anatomieklausur bestens für diese Aufgabe qualifiziert.

Zehn Freiwillige waren schnell gefunden und bereiteten sich natürlich auch ausführlich

auf die Arbeit mit den Schülern vor, um eventuelle unglaublich schlaue Fragen auch

beantworten zu können.

Die Arbeit mit den Schülern erfolgte in Gruppen mit drei bis vier Schülerinnen und

Schülern pro Student. Dank des genauen Anweisungs- oder OP-Plans konnte auch

nichts mehr schief gehen. Jede Gruppe angelte unter mehr oder weniger Gekreische ein

frisch aufgetautes Herz aus der Plastiktüte und bewaffnet mit Handschuhen, Skalpellen

und Präpierbesteck ging es los. Die Kinder hatten zuvor schon im Unterricht das Thema

Herz behandelt, sodass sie nicht völlig ahnungslos zu Werke gingen. War die Scheu erst

einmal überwunden, waren viele nicht mehr zu bremsen. Die Begeisterung stieg, außer

bei den Vegetariern, welche sich weigerten das Präparat, alias totes Tier, anzufassen.

Waren die Vorhöfe schon durch die tierärztliche Fleischbeschau entfert, hatten wir freien

Blick auf Herzohren, Segelklappen und viel geronnenes Blut. Dies zu entfernen erforderte

von Seiten der Schüler eine gehörige Portion Mut. War alles geputzt, alle Teile benannt,

ging es ans Eröffnen der Kammern um das Kammerseptum und die Segelklappen zu

betrachten.

Der Wissensstand der Kinder war sehr unterschiedlich. Manche Gruppen konnten

nach der Arbeit am Herzen auch die möglichen Folgen einer Beinvenenthrombose mit

Lungenembolie beantworten, andere scheiterten an der Funktion der Herzklappen (nein,

die pumpen nicht das Blut...). So vergingen zwei Schulstunden wie im Flug.

Insgesamt hat es den Schülerinnen und Schülern sehr gut gefallenund sie haben laut

eigener Aussage viel gelernt. Auch für uns Studierende war es eine willkommene

Wiederholung zum Thema Herz und eine gute Übung darin, komplizierte Fachbegriffe und

Funktionen leicht verständlich zu erklären. Die Lehrerinnen versicherten uns am Ende des

Projektes, dass sie dieses gerne wiederholen möchten.