Bewerbung und Zulassung


Die Bewerbung

Nachdem in euch der Entschluss gereift ist, Arzt zu werden, müsst ihr euch um einen Medizinstudienplatz bewerben. Dies geschieht über die ZVS. Sie steht für die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen und vergibt bundesweit u.a. die begehrten Medizinstudienplätze. Auf der Homepage der ZVS könnt ihr euch nicht nur über die Einzelkriterien der Hochschulen erkundigen sondern auch online euren Antrag stellen. Hierbei werden neben den persönlichen Daten die Abiturnote sowie teilweise die Einzelnoten der Oberstufe benötigt. Des Weiteren spielen auch soziale Kriterien eine wichtige Rolle.

 

Das Auswahlverfahren teilt sich in drei Quoten auf:

 

a) Abiturbestenquote (20%) b) Wartezeitquote (20%) c) Hochschulauswahlquote (60%)

 

20% von was?

Diese Frage ist durchaus berechtigt. Von der Gesamtzahl der zur Verfügung stehenden Studienplätze wird zunächst die sogenannte Vorabquote abgezogen.

 

Die Vorabquote wird gebildet aus Härtefällen, Zweitstudienbewerbern, Sanitätsoffizieren der Bundeswehr, Bewerbern mit besonderer Hochschulzugangsberechtigung und Ausländern.

Außerdem bekommen nun diejenigen einen Studienplatz, die wegen eines Dienstes (Wehr- oder Zivildienst, freiwilliges soziales oder ökologische Jahr, europäischer Freiwilligendienst wahrscheinlich auch Bundesfreiwlligendienst) daran gehindert waren, einen Studienplatz anzutreten.

 

Nachdem diese Studienplätze abgezogen wurden ist die Basis der weiteren Quoten bekannt.

Ihr habt euch entschieden, den Weg des Mediziners einzuschlagen und möchtet diesbezüglich Informationen? Dann seid ihr hier genau richtig! Im Folgenden werden wir euch schildern, wie ihr einen Studienplatz bekommt, hierbei möchten wir insbesondere auf die Kriterien in Freiburg eingehen. Möchtet ihr generelle Informationen zu anderen Universitäten, so müsstet ihr euch dort oder bei der Hauptstelle schlechthin, der ZVS oder wie es inzwischen heisst Stiftung für Hochschulzulassung - Hoschschulstart.de erkundigen.

 

Trotz sorgfältiger eigener Erfahrung und Recherche übernehmen wir keine Verantwortung für etwaige (Flüchtigkeits-)Fehler und Falschangaben!


Abiturbestenquote

Über die Abiturbestenquote werden die ersten 20% der verfügbaren Studienplätze vergeben. Die Verteilung erfolgt direkt über die ZVS. Hierbei müsst ihr bis u sechs Ortspräferenzen angeben, wobei ihr bei vielen Unis von vorneherein erste bzw. zweite Ortspräferenz angeben müsst (z.B. für Freiburg). Für die Zulassung zählt ausschließlich die Endnote im Abiturzeugnis. In Freiburg benötigte man hierfür in den letzten Jahren in der Regel ein Schnitt von 1,0 (obwohl nicht alle Leute mit diesem Schnitt über diese Quote hineingekommen sind).

Es wird eine Rangliste erstellt sortiert nach der Abiturnote. Bei gleicher Note entscheidet die bereits gesammelte Wartezeit über den Rang. Sollte dann immernoch Ranggleichheit bestehen entscheiden Kriterien wie ein geleisteter Dienst (FSJ etc.). Zuletzt entscheidet das Los über die endgültigen Rangposition.

Da die Bildungspolitik - somit auch das Abitur - Ländersache ist, konkurriert man nur mit den Abiturienten des eigenen Bundeslandes, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. 

Hoschulstart.de erstellt daher 16 verscheidene Ranglisten. Nach einem Festgelegten Schlüsel werden nun 20% der zur Verfügung stehenden Studienplätze auf die einzelnen Länder und Bewerber vergeben. Hierbei entstehen 16 verschiedene "Landes-NC"

 

Aussagen wie "Bei einem Abitur aus Baden-Württemberg bekomme ich 0,2 Bonus auf meine Abinote" sind also völliger Unsinn!


So ist es auch zu erklären wie es z.B. zum WS 2010/11 sein kann, dass ein Landeskind aus Baden-Württemberg einen Notendurchschnitt von 1,0 benötigt und ein Abiturient aus Berlin nur 1,2.

 

Nach diesen Landes NC wird nun entschieden wer grundsätzlich einen Studienplatz in der Abiturbestenquote bekommen kann. Die Zulassung und Verteilung auf die verschiedenen Universitäten erfolgt in einem weiteren Verfahren.

 

Zuweisung der Studienorte

Die Vergabe der Studienplätze geschieht also grundsätzlich in 2 Stufen. Wer es bis hier her geschafft hat, hat große Chancen auf eine Zulassung.
Maßgeblich für die Zuteilung ist die Rangliste, die man bei der Bewerbung angegeben hat. In erster Instanz wird versucht dem Erstwunsch gerecht zu werden. Da die Anzahl an Bewerbern sich aber nicht gleichmäßig auf die Universitäten verteilt, muss nun wieder eine Rangliste gebildet werden, bei der Kriterien wie die Durchschnittsnote, die erreichte Punktzahl etc. herangezogen werden. Können nicht alle Bewerber zugelassen werden die eine Uni z.B. an Platz einem bestimmten Platz genannt haben, entsteht der Hochschul-NC.

 

Ist man nicht unter den Glücklichen die beim Erstwunsch zugelassen werden konnten wird versucht, einen Platz am Studienort auf Rang zwei der "Wunschliste" zu bekommen. Hierbei muss man sich aber im Klaren sein, dass am Wunschort zwei ebenfalls versucht wird zuerst diejenigen zuzulassen, die diesen Ort in der ersten Ortspräferenz angegeben haben.

 

Wen nun also auf den ersten Plätzen nur Heidelberg und Freiburg angegeben hat und eventuell nicht angegeben hat, dass man auch an anderen Orten zugelassen werden möchte als die, die in der Liste stehen läuft Gefahr leer auszugehen.

Andererseits muss man auch bereit sein den zugewiesenen Platz anzunehmen. Bekommt man über die Abiturbestenquote einen Platz, nimmt man nicht mehr an den weiteren Verfahren wie z.B. der Wartezeitquote und dem AdH teil, egal ob man den Platz annimmt oder nicht.

 

Wenn ihr einer von den Glücklichen seid, die bereits jetzt einen Studienplatz bekommen haben, so habt ihr mehrere Wochen Vorsprung vor denjenigen, die über die die dritte Quote die Zusage bekommen und ihr könnt bereits schon einmal mit der Wohnungssuche anfangen.

Wartezeitquote

Über die Wartezeitquote werden die nächsten 20% der verfügbaren Studienplätze vergeben, hier erfolgt die Verteilung ebenfalls wieder direkt über Hochschulstart.de und ihr müssst wieder sechs Ortspräferenzen angeben. Im WS 2011/2012 konnten alle Bewerber mit dreizehn Semestern Wartezeit oder länger zugelassen werden. Mit zwölf Semestern Wartezeit konnten alle Personen mit einem Abischnitt von mindestens 2,7 zugelassen werden (Quelle: ZVS).

 

Die Liste der wartenden wird bei jedem Berwerbungsverfahren erneut erstellt. Hier gibt es keine Landesquote, daher wird bundesweit nur eine Liste erstellt. Einziges Kriterium ist die gesammelte Wartezeit seit dem Abitur in Halbjahren. Bei Ranggleichheit entscheidet in erster Instanz der Abischnitt, nachrangiges Kriterium ist ein abgeleisgteter Dienst zuletzt entscheidet auch hierdas Los.

 

Da die Wartezeit ab dem Erlangen der "Hochschulzugangsberechtigung" läuft und nur um sogenannte Parkstudienzeiten (Zeit die man an einer deutschen Hochschule eingeschrieben war) reduziert wird, muss man sich nicht jedes Semester erneut bewerben um über die Wartezeitquote zugelassen zu werden. So hat auch die Krankenschwester*, die nach der Berufsausbildung erstmal gearbeitet hat und sich nun entschließt zu studieren, eine reelle Chance auf einen Studienplatz.

Der Bescheid kommt zur gleichen Zeit wie der der Abiturbestenquote, also relativ früh.

Copyright Sascha Hübers / pixelio.de

Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH)

Die letzte Quote macht ganze 60% der Studienplätze aus. Hierbei entscheidet die Universität selbst über ihre neuen Studenten. Es sind wieder sechs Präferenzen anzugeben. Allerdings können hier neben der Abiturnote (die noch die größte Rolle spielt) auch verschiedene Kriterien mit einfließen. Beispielsweise kann man den TMS (Test für medizinische Studiengänge) in Baden-Württemberg ablegen - er ist bis jetzt freiwillig, eine verpflichtende Teilnahme ist momentan nicht vorgesehen. Bei übermäßig gutem Abschneiden hierbei kann von eurer Abiturnote bis -0,5 Punkte abgezogen werden. Des Weiteren werden auch bereits erfolgte Ausbildungen, wie z.B. Krankenpfleger, Altenpfleger, Augenoptiker... berücksichtigt und angerechnet. Die Bescheide hier werden relativ spät verschickt, teilweise erst wenige Wochen vor Semesterbeginn, sodass es jetzt mit der Wohnungssuche schwierig werden könnte.

Wichtig: Dies ist nur ein grober Überblick über die Verteilung der Studienplätze! Für weitere Informationen könnt ihr euch hier oder auf der Homepage der ZVS ofiziell über die einzelnen Kriterien und Quoten erkundigen! Hier findet ihr auch von allen Unis NC-Grenzen und sonstige Hinweise.

Zulassung

Ihr habt euch durch den Filter getraut und habt am Ende ein Schreiben eurer (Wunsch-)Universität erhalten. Dafür können wir euch bereits jetzt schon beglückwüschen. Allerdings solltet ihr euch jetzt nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern euch möglichst schnell mit der Einschreibung beeilen, da sonst euer Studienplatz verfällt und dem nächsten Bewerber zugeteilt wird. Es kann auch sein, dass ihr einer dieser "Glücklichen" seid und wenn das Semester bereits angefangen und ihr die Hoffnung schon längst aufgegeben habt, ein Schreiben in eurem Briefkasten findet, dass ihr über das Losverfahren etc. einen Studienplatz erhalten habt. Natürlich ist dann Stress vorprogrammiert, aber auch ihr habt es dann noch letztendlich (wenn auch mit Losglück) geschafft!

 

Weiter geht es mit der Einschreibung bzw, Immatrikulation.

* Anmekung der Redaktion: Diese Berufsgruppe und Konstellation wurde nur als eindrückliches Beispiel ausgewählt. Es ist nicht Absicht irgendwen zu diskriminieren oder bloßzustellen. Diese Leute haben ebenso wie jeder andere auch einen Studienplatz verdien.

 

[ts]