PID nun auch in Deutschland

9. Juli 2011
Nachtrag zum Artikel über die PID der letzten Ausgabe



Der Deutsche Bundestag hat am 07. Juli nach dreistündiger Debatte über die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) abgestimmt. Bereits im ersten Wahlgang setzten sich die Befürworter mit absoluter Mehrheit durch, die Abgeordneten waren dabei des Fraktionszwangs enthoben. Drei Gesetzesentwürfe standen zur Auswahl, neben dem Verbot und der Zulassung auch ein Kompromissvorschlag, welcher die PID nur in Ausnahmefällen erlaubt. Dieser erhielt die wenigsten Stimmen.
Die Untersuchung eines Embryos mittels PID soll dann zum Einsatz kommen dürfen, wenn das Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Erbkrankheit bekommen könnte oder die Schwangerschaft wegen eines genetischen Defekts in einer Fehlgeburt enden würde. Einen Katalog solcher Erbkrankheiten gibt es nicht, vielmehr soll eine Ethikkommission jeden Fall einzeln bewerten.
Die Bundesärztekammer (BÄK) begrüßte die Entscheidung. „Wir Ärzte werden Verantwortung übernehmen, dass dieses Verfahren unter kontrollierten Bedingungen und nur bei vorheriger fachkundiger Beratung angewendet wird“, sagte Frank Ulrich Montgomery, Präsident der BÄK. Er betonte, dass es „Designerbabys“ oder „Retterbabys“ für ein krankes Geschwisterkind auch in Zukunft nicht geben werde.


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